loslassen

Endlich sitzen und Pause machen, einfach mitten im Alltag – das tut richtig gut. Noch besser wäre es, wenn ich all die Gedanken aus meinem Kopf verbannen könnte, die mich beschäftigen und mich nicht zur Ruhe kommen lassen. Vielleicht gelingt es mir ja, sie für einen Moment zumindest loszulassen, abzuschalten und den lieben Gott einen guten Mann sein zu lassen.

Halt finden

Es gibt Tage, da geht es mir richtig gut, das Leben macht richtig Freude. An anderen Tagen bin ich schlecht gelaunt, missmutig oder habe keinen Antrieb. Auf und ab – so geht es im Leben immer wieder. Ob mir das gefällt oder nicht. Und dann wissen: Einer gibt mir Halt. Daran kann ich mich festhalten. Das ist schon sehr ermutigend.

Geisterspiele

Ein schönes Bier einschenken und das “Aktuelle Sportstudio” anschauen, mitfiebern und sich über die Erfolge der Mannschaft freuen – das gab es seit Beginn der Corona-Krise nicht mehr. Aber jetzt dürfen sie ja wieder spielen, die Bundesliga-Vereine, wenn auch nur vor leeren Rängen. Geisterspiele eben, ohne Zuschauer. Einer schaut doch immer zu und freut sich, wenn etwas gelingt.

schön sein

Ich liebe deine Lachfältchen unter den Augen. Du solltest mehr lachen. Und diese paar grauen Haare finde ich super: du hast schon so viel erlebt und durchgestanden.
Auch an die Narbe kann ich mich gut erinnern: es war sehr gefährlich bei dem Wetter wandern zu gehen. Und der Pickel da hinter dem Ohr. Lustig, dass er da ist.
Wie schön du doch bist.

hängen lassen

Ein Klettergerüst. Auch wenn ich kein Kind mehr bin: einfach mal hängen lassen. Nichts tun müssen. Die Schuhe abstreifen, den Himmel über sich vorbeiziehen lassen und den Wolken nachschauen.
Gott liegt neben mir, hat die Schuhe abgestreift, lässt den Himmel über sich vorbeiziehen und schaut den Wolken nach. Einfach so.

Da sein

“Hände hoch oder ich schieße!” – “Peng, peng, peng!” – “Du entkommst mir nicht!” So ähnlich hat es geklungen, wie ich als Kind Polizei gespielt habe. Natürlich haben immer die Guten gesiegt. Das ist im richtigen Leben nicht immer so – leider. Aber ich kann mich immer an jemanden wenden, wenn ich Hilfe brauche. Gott sei Dank.

mitleben

“Was machst du denn da?”
“Dir auf die Finger schauen, was du mit deinem Geld machst! Nein, Quatsch. Kleiner Scherz. Das Geld ist deine Sache.”

“Ich bin da, wo du bist. Und da, wo die anderen sind.
Und glaub mir, hier standen schon viele Menschen. Viele wollten nur schnell Geld holen, manche aber hatten große Angst, ob das Geld reichen wird, das sie jetzt holen wollen. Ich hab viele Ängste gesehen, viel Wut gespürt und auch so manche Vorfreude miterlebt.”

unterwegs

“Let me take you by the hand and lead you through the streets of …”
Was würde mir Gott zeigen, wenn er mich an der Hand nehmen und durch den Ort führen würde?
Die alte Frau, die sich beim Gehen schwertut, aber ganz erfüllt vom Fliederduft ist? Das Kind, das voller Stolz eine Eins in Mathe im Schulranzen nach Hause trägt? Das junge Mädchen, das so viel Glitzer im Gesicht trägt, dass dazwischen die Tränen nicht zu sehen sind? Der Hund, der voller Freude seinen Lieblingsball im Maul trägt?

abgestaubt

Eine ganze Reihe Erfolge. Manches ging leicht von der Hand, bei anderem musste ich mich wirklich anstrengen. Wahnsinn, was ich schon alles geleistet und geschafft habe.
Und mittendrin Gott. Er fällt kaum auf.
Auch seine Botschaft ist unauffällig: Du bist gut, so wie du bist. Egal was kommt und was du machst. Ich hab dich gern.

mitfahren

“Vorsicht, da kommt einer aus der Ausfahrt!” – “Hey, brems doch!” – “Du musst eher schalten!” Es kann ganz schön nerven, wenn jemand ständig hineinredet und kritisiert. Sich einmischt, wo es nicht gefragt ist. Sich als Oberlehrer aufspielt.

Dagegen höre ich gerne auf gute Ratschläge, einfühlsame Hinweise und aufbauende Worte. Dann spüre ich: Einer ist für mich da.

sich erinnern

Wenn meine Oma früher vom Einkaufen zurückgekommen ist, war das Schönste, wenn sie ein frisch gebackenes Brot mitgebracht hat. Das hat vielleicht geduftet. Da hineinbeißen …

Sich erinnern an das Gute im Leben, an das Gute am Leben … ” Nehmt und esst. Das bin ich für euch.”

behütet

“Der Herr ist mein Hirte,
nichts wird mir fehlen.
Er lässt mich lagern auf grünen Auen
und führt mich zum Ruheplatz am Wasser.
Er stillt mein Verlangen;
er leitet mich auf rechten Pfaden, treu seinem Namen.
Muss ich auch wandern in finsterer Schlucht,
ich fürchte kein Unheil; denn du bist bei mir,
dein Stock und dein Stab geben mir Zuversicht.”

Psalm 23,1-4

Baustellen

“Ich wollte doch noch …” “Eigentlich müsste ich …” “Ich darf bloß nicht vergessen …” Manchmal habe ich so viele Baustellen in meinem Leben, dass ich gar nicht mehr weiß, wo ich zuerst anfangen soll.

Zugegeben: Ein Haus baut sich nicht von allein. Auch mein Leben braucht Planen und Arbeiten. Vielleicht geht es auch mit weniger Druck: “Schaut euch die Vögel am Himmel an: Sie säen und ernten nicht und Gott ernährt sie doch.”

vergessen

Ach, wer hat dich denn da vergessen? Du gehörst doch da drüben in die Kirche rein! Dich hier so abzustellen.
Gold, Silber und Edelsteine sind doch was wert.
Und jetzt so auf dem Präsentierteller. Da kann dich ja jeder mitnehmen.
Wobei. Farblich würdest du ja zum Brunnen und den ganzen Algen hier gut passen.
Jetzt muss ich auch noch klettern, um dich zurückzubringen. Du bist schuld, wenn ich jetzt nasse Füße bekomme.

entdecken können

Puh! Die Schulbank drücken, war nie meine Sache. Langeweile, Lerndruck, Hausaufgaben.
Jahre später ändert sich mein Blick: Ich konnte so Vieles entdecken. Warum funktioniert etwas? Wie ist etwas entstanden? Was macht mein Körper mit der Luft, die ich atme? Was kann ich alles mit Worten ausdrücken – oder doch besser mit Musik?
So viel Schönes hat Gott in die Welt gelegt und manchmal auch in Unscheinbarem versteckt. Und ich darf all das entdecken, wenn ich neugierig bleibe.

drinnen und draußen

Das Haus Gottes lädt ein einzutreten, zur Ruhe zu kommen, zu sich selbst zu finden. Im sakralen Raum findest du Stille und eine besondere Atmosphäre. Hier kannst du beten, bitten, danken. Hier kannst du klagen, zweifeln, grübeln. Hier kannst du zu dir kommen und Gott ganz nahe sein.

Fronleichnam — Monstranz im alltäglichen Leben